Sneaker - die Schuhe der Jugend Wir kennen sie alle, doch hätten wir sie noch vor vielleicht 15 Jahren
gar nicht so bezeichnet. Die Rede ist von Sneakern. Dabei handelt es
sich um Schuhe, spezifischer ausgedrückt um Sportschuhe. Allerdings,
und das ist das groteske dabei, wird mit diesen Schuhen kein Sport
getrieben, sondern sie werden ganz normal auf der Straße getragen. Von
wem? Überwiegend von der Jugend. Wer jung ist, wer sich jung fühlt, wer
mit dem Trend mitgehen möchte, der trägt heute keine Halbschuhe mehr,
der hat auch keine Sandalen an, ja sogar im Winter wird auf die
Winterstiefel verzichtet – Sneaker sind in und deswegen werden sie
getragen. Basta!
Übersetzt heißt Sneaker, „Schleicher“. Das hat auch seinen Grund. Wenn
man sich nämlich diese Sportschuhe genauer betrachtet, wird man den
Unterschied zu normalen Straßenschuhen sehen können, und zwar auf der
Unterseite der Schuhe. Sie bestehen aus Gummi und genau das macht den
Unterschied aus, den man auch hören kann – oder eben nicht. Denn
Sneaker sind beim Laufen viel leiser und haben keinen lauten Auftritt,
wie Schuhe mit Ledersohle. Heute besitzen auch viele andere Schuhe
Sohlen aus Gummi, diese haben aber dennoch noch lange nichts mit
Sneakern zu tun.
Man könnte annehmen, dass solche Trends – wie eigentlich meistens –
ihren Ursprung in den USA hatten. Hier ist das nur halbrichtig, denn
fast zeitgleich tauchten die ersten Sportschuhe in England und in den
Vereinigten Staaten auf. Das war bereits im Jahr 1860. Sozusagen waren
das die Vorläufer der Sneaker. So bezeichnet wurden sie dann aber erst
Mitte des 20. Jahrhunderts. Und richtig bekannt geworden sind sie wohl
durch das damalige Teenie-Idol James Dean, der sich einst in Sneakern
den Fotografen präsentierte. Das war der Beginn des Hypes rund um die
Sportschuhe. Sneaker waren in, Sneaker wollte jeder tragen und so kam
es auch. Vor allem die Jugendlichen hatten damit etwas Eigenes
gefunden. Etwas, was sie von den Erwachsenen abgrenzte, und das wollten
sie auch. Protestbewegungen drücken sich auch heute noch in der Mode
aus. So setzte sich der Trend, der mittlerweile schon 60 Jahre
andauert, immer weiter fort und kam schließlich auch in Europa,
respektive in Deutschland an. Der Begriff Sneaker ist bei uns in
Deutschland allerdings noch gar nicht so alt, wie man denken könnte.
Ende der 90er Jahre erst manifestierte sich auch hierzulande der
Begriff Sneaker. Heute tragen nicht nur Jugendliche die sportlichen
Schuhe. Mit der Zeit wurde die Qualität immer besser, viele bekannte
Schuhmarken brachten immer teurere Modelle heraus, was zur Folge hatte,
dass die Zielgruppe altersmäßig nach oben wanderte. Wenn heute ein
40-jähriger mit Sneakern herumläuft, ist das nichts mehr
Außergewöhnliches.
Sneaker werden mittlerweile von unzählig vielen Modelabels auf den
Markt gebracht, sodass man preislich eine sehr breite Spanne hat. Die
billigsten Schuhe, die sich Sneaker nennen, beginnen bei etwa 15 Euro.
Bei wem das Geld ein wenig lockerer sitzt, der kann auch gerne mal 300
Euro für ein Paar Sportschuhe auf den Tisch legen.
Bild: © eyewave