Was für das Wasser das Surfboard, ist für den Berg das Snowboard. Das
Lexikon hat dafür keine Übersetzung, aber wenn man es wörtlich nimmt,
dann ist es schlicht und einfach ein Schneebrett. Was natürlich nichts
mit der Lawine zu tun hat. Mit einem solchen Snowboard lässt es sich
prima die Hänge und Pisten hinunterfahren. Und das schon viel länger,
als man vielleicht glauben könnte.
So fing es an Die 80er Jahre waren das Jahrzehnt, in dem sich so einiges in der
Entwicklung der verschiedensten Sportarten getan hat. So auch im Bereich
Wintersport. Ski fahren war ja schon immer eine der
Lieblingsbeschäftigungen, wenn es darum ging, den Winterurlaub zu
planen. Doch in den 80ern kam noch ein Gerät dazu, dass ab diesem
Zeitpunkt einen regelrechten Run auf die Pisten auslöste. Das Snowboard
wurde langsam aber sicher salonfähig.
Will man allerdings das erste Instrument sehen, das es geschafft hat,
als Snowboard erkannt zu werden, muss man an den Anfang des 20.
Jahrhunderts zurückgehen. Damals erfand der Österreicher (wer auch
sonst) Toni Lenhardt den sogenannten Monogleiter. Das war ein Stück
Holz. Mehr nicht. Und damit fing also alles an. Kaum zu glauben.
So ging es weiter Die nächsten 80 Jahre tat sich einiges in Sachen Weiterentwicklung und
Verwirklichung der Idee, auf einem dynamisch konstruierten Holzbrett
die Hänge hinunterzufahren. Doch erst 1982, mit der Ausrichtung der
ersten Snowboard-Meisterschaft, bekam das neue Wintersportgerät
genügend Publicity, um ab sofort auf den Status „Wintersportgerät
Nummer 1“ hinzuarbeiten. Nach vielen Meisterschaften und weiteren
Verbesserungen und Entwicklungen, war es 1998 soweit: Snowboarden wurde
Olympische Disziplin. Zwar hat der Sport, im Gegensatz zum Skifahren,
bei weitem nicht den Stand in der Medienwelt, den man sich wünschen
würde, doch auf der Piste wird das Snowboard immer beliebter.
Der Trend geht also immer mehr zum Snowboard, auch wenn die Skifahrer
auf den Bergen noch in der Überzahl sind. Bei der jungen Generation ist
das Snowboard cooler und abgefahrener als die Skier, denn hier soll man
– angeblich – den richtigen Adrenalinschub bekommen. Wenn man sich
ansieht, was man mit einem Snowboard alles anstellen kann, dann steigt
allerdings schon beim Zusehen der Puls auf 180.
Die Disziplinen Slalom, Parallelslalom, Riesenslalom, Parallelriesenslalom und Super G,
das sind fünf Disziplinen, wie man sie vom Skifahren her kennt. Diese
gibt es auch beim Snowboarden. Aber Achtung: jetzt wird´s verrückt! In
der Half-Pipe (bekannt vom Skateboarden) werden in Verbindung mit
vertikalen und horizontalen Achsendrehungen Figuren gezeigt, beim
Snowboardcross fahren mehrere Snowboarder gemeinsam Hügel mit den
unterschiedlichsten Hindernissen hinunter und beim Extreme Freeriding
werden Hänge mit enormen Gefällen in halsbrecherischer Manier
bezwungen. Nichts für schwache Nerven!
Die Typen Snowboards lassen sich in drei Klassen einteilen, die Freeridingboards,
die auch für Anfänger geeignet sind, die Alpinboards, bei denen man
schon einiges können muss und die Freestyleboards für die echten
Künstler. So gesehen ist Snowboarden nicht mehr nur Wintersport,
sondern schon eine Kunst für sich.
Je nach Marke (Salomon, Burton, APO, Amplid, Westige, Rossignol oder
auch Nitro) bekommt man ein gutes Snowboard bereits zum Preis von unter
60 Euro. Für Anfänger genau die richtige Preislage. Nach oben hin hört
die Grenze bei 1.000 Euro noch lange nicht auf. Dazu kommen noch
Schuhe, Bindung und die entsprechende Winterausrüstung. Alles in allem
ist man mit 400 bis 500 Euro gut dabei. Na dann, Board On!
Bild: © Darcy Finley